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Der Boom der Billigflieger hat die Zahl der Flugreisen ins Ausland
in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten nach oben schnellen lassen.
Im vergangenen Jahr reisten 65,7 Millionen Passagiere von deutschen
Flughäfen aus in andere Länder, das waren 41,4 Millionen mehr als noch
1990, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Damit
stieg die Zahl in dem Zeitraum um das Zweieinhalbfache. Dabei nahm
neben den Reisen nach Asien vor allem die Zahl der Kurzstrecken-Flüge
innerhalb Europas zu.
Der Verkehrsclub
Deutschland forderte, den Flugverkehr zu besteuern. Nur so werde
weniger geflogen und klimaschädliches CO2 verringert. Die Zahl der
Passagiere, die ins europäische Ausland starteten, verdreifachte sich
seit dem Jahr 1990 auf rund 51 Millionen, wie das Statistische
Bundesamt mitteilte. 77,5 Prozent aller Passagiere auf Auslandsflügen
steuerten damit europäische Ziele an. 1999 hatte der Anteil demnach bei
73,7 Prozent gelegen. Die meisten der zusätzlichen Passagiere starteten
von Flughäfen mit Billigflug-Schwerpunkt wie Hahn, Dortmund,
Friedrichshafen oder Lübeck. Von solchen Flughäfen flogen im
vergangenen Jahr rund vier Millionen Passagiere. Allein zwischen 2005
und 2006 wuchs die Zahl dieser Flüge um 11,3 Prozent.
Aber
auch die Flüge nach Asien verdreifachten sich und trugen zum
Hochschnellen der Flugzahlen seit 1990 bei. So flogen im vergangenen
Jahr jeweils 16mal mehr Menschen nach China, 17mal mehr Menschen und in
die Vereinigten Arabischen Emirate und 64mal mehr Passagiere in das
Wüstenemirat Katar. Bei Flügen nach Amerika und nach Afrika
verdoppelten sich die Passagierzahlen.
VCD-Bundesvorstand
Monika Ganseforth forderte die Einführung einer Kerosinsteuer. Die Bahn
müsse derzeit schon Mehrwert-, Mineralöl- und Ökosteuer bezahlen. Von
diesen Steuern sei der "vielfach klimaschädlichere Flugverkehr"
befreit, erklärte der ökologisch ausgerichtete Verkehrsverband. Mit
einer Kerosinsteuer würde der Bau von sparsameren Flugzeugen
beschleunigt. Außerdem würden die Ticketpreise steigen.
Als
erster Schritt solle eine nationale Ticketabgabe eingeführt werden. Mit
den Einnahmen könnten Entwicklungsländer bei ihren Bemühungen zur
Anpassung an den Klimawandel unterstützt werden. Die Zusicherungen der
Branche, sparsamere Flugzeuge zu bauen, führe nicht zum Ziel. |