Sicherheitsrisiko für Kinder im Flugzeug
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Tuesday, 24. March 2009 |
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Während Eltern ihren Nachwuchs mit Fahrradhelmen und Autositzen vor
Unfällen schützen, gehen sie an Bord von Flugzeugen unwissentlich ein
hohes Risiko ein. Der seit Juli 2008 vorgeschriebene "Schlaufengurt",
den Kleinkinder unter zwei Jahren auf dem Schoß ihrer Eltern benutzen
müssen, kann für Babys lebensgefährlich sein.
Die aktuelle Ausgabe von "Reisen mit Kindern" von GEO Saison Extra und BRIGITTE weist auf diesen Mißstand hin.
Bereits
1994 hatte der TÜV Rheinland den "Schlaufengurt" getestet und für
untauglich befunden. Eine groß angelegte Studie des
Bundesverkehrsministeriums bestätigte das Ergebnis. Rückhaltesysteme
dieser Art wurden in Flugzeugen verboten. Das Kind werde vom
Erwachsenen erdrückt, der Gurt schneide sich tief in den Unterleib ein
und verletze innere Organe, so Crashtest-Experte Martin Sperber vom TÜV
Rheinland: "Bei einem Unfall oder einer Notlandung ist vom Tod des
Kleinkindes auszugehen." Die Vereinheitlichung der EU-Vorschriften und
der Druck der Luftfahrtlobby, so die Autoren von "Reisen mit
Kindern", führten im vergangenen Sommer dazu, dass der gefährliche Gurt
trotzdem auf den Flugzeugen wieder eingesetzt werden muss.
Kinder-Autositz sicherer
Die
sicherste Lösung seien Kinderautositze auf einem eigenen Sitzplatz im
Flugzeug, so die Zeitschrift. Theoretisch ist es heute schon möglich,
einen Autositz an Bord zu benutzen, in der Praxis ist dies höchst
kompliziert. Nur wenige Autositze tragen den TÜV-Aufkleber "for use in
aircraft" (Maxi-Cosi Mico, Römer Baby-Safe, Storchenmühle Maximum,
Luftikid, Römer King Quickfix). Eltern müssen deren Nutzung spätestens
zwei Tage vor Abflug anmelden, weil die Sitze nur auf wenige Plätze an
Bord passen. Jedes Flugzeug hat eine andere Bestuhlung. Wenn die
Airline kurzfristig eine andere Maschine einsetzt, war die ganze Mühe
umsonst.
Alternativen von Airlines nicht gewollt?
Eine
Fürther Firma produziert seit sechs Jahren den aufblasbaren knapp ein
Kilo leichten "Luftikid", der für fast jeden Flugzeugsitz und für alle
Autos zugelassen ist. Das Modell, das usprünglich von den Airlines mit
entwickelt wurde, findet aber kaum Abnehmer, die Fluggesellschaften
zeigen sich inzwischen desinteressiert, berichtet das Magazin. |