15. April 2010: Wegen des aus Island über Nordeuropa ziehenden Ascheregens ist der Flugverkehr im Norden nur eingeschränkt möglich. .
Der Vulkanausbruch in Island bleibt nicht folgenlos für Reisende. Nach Island und Norwegen wird jetzt auch in Großbritannien und Schweden der Luftverkehr durch die Asche des isländischen Vulkans am Eyjafjalla-Gletscher behindert. Wie die dortigen Medien berichten, wurde der Luftraum im Norden Schottlands in der Nacht gesperrt, der Flughafen Aberdeen geschlossen. In Schweden verhängte die Flugaufsicht Flugverbote für mehrere nördliche Bezirke. Auf dem internationalen norwegischen Flughafen Gardermoen bei Oslo musste die Hälfte aller Starts abgesagt werden. Fast der komplette Luftraum des skandinavischen Landes war für Flüge gesperrt. Für den Tagesverlauf muss nach Behördenangaben mit weiteren Flugverboten über Großbritannien, Dänemark, Finnland und dem westlichen Russland gerechnet werden. Dies hänge von der Windentwicklung ab, hieß es weiter. In Island selbst mussten nach dem massiven Vulkanausbruch in der Nacht zum Mittwoch mehr als 700 Anwohner ihre Häuser verlassen. Schnell schmelzendes Eis vom Eyjafjalla-Gletscher führte zu Überschwemmungen. Seit dem Ausbruch in der Nähe des beliebten Ausflugsgebietes Fimmvorduhals hatten die isländischen Fluggesellschaften und andere Reiseveranstalter mit diesem in Europa derzeit einmaligen "Vulkanerlebnis" um Urlauber geworben.
Die Asche des isländischen Vulkans ist über Schottland nun bis nach Südengland gelangt. Der Flugbetrieb ist vorerst eingestellt. Auch deutsche Flughäfen könnten den Betrieb einstellen. Die Aschewolke wird über halb Europa hinwegziehen. Die europäische Flugsicherung Eurocontrol wird innerhalb der kommenden Stunde auch deutsche Flughäfen schließen. Über den Vormittag hinweg hatten die Airlines ihre Flüge in Großbritannien eingestellt. Ryanair hatte bereits um 9 Uhr morgens mit den britischen Flügen begonnen. Flybe konnte nur elf von geplanten 565 Flügen von 38 britischen Airports durchführen. Zuletzt hat auch British Airways die London-Flüge gecancelt. Aus Sicherheitsgründen habe die Flugsicherung einen Betriebsstop für den Luftverkehr verfügt. In Deutschland hingegen ist die Bundesregierung für die Schließung des Luftraums zuständig. Eventuell dürfte dies für die grenznahen Gebiete zu Belgien und Frankreich nötig werden. Asche gilt als hochgefährlich für die Düsentriebwerke. Sie verstopft Einspritzdüsen und setzt sich überall fest, so dass die Triebwerke ausgehen. Auch andere Messgeräte am Flugzeuge können unbrauchbar werden. Der Schaden für die Fluggesellschaften dürfte massiv werden. Obwohl ein Vulkanausbruch und der Ascheflug als höhere Gewalt einzustufen ist, tauscht Flybe Tickets kostenlos um. British Airways hat für den Heimatmarkt sogar wahlweise die Erstattung des Ticketpreises angekündigt. Nach dem langen Winter mit Einschränkungen kommt nun eine Naturkatastrophe über den europäischen Luftverkehr.
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