Billigflieger Germanwings: Weniger Passagiere, mehr Umsatz
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Wednesday, 18. March 2009 |
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Der Lufthansa-Billigflieger Germanwings will trotz der Probleme in
der Luftfahrtbranche höhere Ticketpreise durchsetzen. "Für 2009
erwarten wir zwei bis drei Prozent weniger Passagiere", sagte
Germanwings-Chef Thomas Winkelmann in einem Gespräch mit der Deutschen
Presse-Agentur dpa auf der Reisemesse ITB in Berlin. "Durch einen
gestiegenen Durchschnittspreis soll der Umsatz trotzdem steigen."
Bereits im vergangenen Jahr erzielte die Lufthansa-Tochter ein
Umsatzplus von fast sechs Prozent auf rund 660 Millionen Euro. Zugleich
sank die Passagierzahl von 7,9 auf 7,6 Millionen Gäste. Die Auslastung
der Flieger stieg leicht auf 82,4 Prozent. "Die Zeiten der
Null-Euro-Schreihals-Preise sind vorbei", sagte Winkelmann. Die
Flugtickets seien in den vergangenen Jahren immer billiger geworden.
"Das Fliegen ist enorm preiswert."
Schwarze Zahlen
Germanwings war 2002 zunächst als Tochter der Lufthansa-Beteiligung
Eurowings an den Start gegangen und gehört inzwischen komplett zur
größten deutschen Fluggesellschaft. Germanwings schreibt nach Angaben
von Winkelmann unter dem Strich schwarze Zahlen. Trotz einer
reduzierten Kapazität habe sich das wirtschaftliche Ergebnis im
Vergleich zum Vorjahr verbessert. Konkrete Zahlen nannte er nicht.
Nach einer um rund acht Prozent ausgedünnten Winterkapazität soll
in diesem Sommer wieder die Kapazität des Vorjahres angeboten werden,
sagte Winkelmann. "Wir haben früher als andere gemerkt, dass die
Wintersaison sehr hart wird." Für den Sommer zeigte er sich vorsichtig
optimistisch: "Wir sehen eine Stabilisierung auf sehr hohem Niveau."
Kurzarbeit noch keine Thema
Kurzarbeit ist bei Germanwings laut Winkelmann bisher kein Thema. Im
Winter hätten die Mitarbeiter Urlaubstage abgebaut. Auch für 2009
zeigte er sich zuversichtlich, die Zahl der zuletzt 1033 Arbeitsplätze
halten zu können.
Positiv wirke sich für Germanwings aus, dass Geschäftsreisende
sehr preissensibel geworden seien. "Davon profitieren wir." Auch die
Urlaubsnachfrage bleibe stabil. Winkelmann erwartet wegen der
Wirtschaftskrise in diesem Jahr kräftige Rabatte der Hotels. "Die
Hotels werden spätestens nach der ITB merken, dass sie im Sommer leer
sind." Dies werde zu Preissenkungen führen, und Urlauber würden sich
vermehrt Hotel und Flug selbst im Internet zusammenstellen.
Zur Expansionsstrategie von Germanwings äußerte sich Winkelmann
verhalten. "Wir begehen kein Harakiri beim Wachstum." Es seien schon
viele Airlines durch ein zu schnelles Wachstumstempo in die Pleite
getrieben worden. "Das Geschäftsmodell muss so sein, dass es auch ohne
Wachstum funktioniert."
Quelle: kurier.at
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