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23. Juli 2008: Piloten werfen der Führung von US Airways vor, ein "erhebliches Sicherheitsrisiko" in Kauf zu nehmen.
Washington - Die
Pilotengewerkschaft der amerikanischen Fluglinie US Airways hat schwere
Vorwürfe gegen die Fluggesellschaft erhoben: Der Konzern verlange von
seinen Piloten, eine geringere Kraftstoffreserve für Notfallsituationen
zu tanken, um angesichts des rapide steigenden Ölpreises durch ein
niedrigeres Fluggewicht Kerosin zu sparen. Dies sei ein "erhebliches
Sicherheitsrisiko".
Morgan
Durrant, ein Sprecher der Airline, die auch Deutschland anfliegt,
spricht dagegen von einem "Missverständnis": Sicherheit stehe für das
Unternehmen an erster Stelle, sagte er. Die insgesamt 5200 Piloten wandten sich mit einer ganzseitigen
Anzeige in der größten US-Tageszeitung "USA Today" an die
Öffentlichkeit. Sie erklärten darin, dass US Airways "ein Programm zur
Einschüchterung geschaffen habe, um Flugkapitäne zu zwingen, weniger
Kraftstoff an Bord zu nehmen", als diese möchten. Flugkapitän James Ray,
Sprecher der amerikanischen Pilotenvereinigung, erklärte, dass "acht
altgediente US-Airways-Piloten und die Gewerkschaft eine Beschwerde in
der Sache an die US-Luftfahrtbehörde FAA geschickt" hätten. Die Piloten
wurden von ihrem Arbeitgeber angewiesen, eine "Schulung zum Einsparen
von Kraftstoff" zu besuchen, da sie immer mehr Kerosin tankten, als
gesetzlich vorgeschrieben sei, und dadurch zusätzliche Kosten
verursachten. Der Flugkapitän hat grundsätzlich das letzte Wort, wie
viel Treibstoff er tanken lässt.
Die
FAA verlangt von den Fluglinien, dass sie "genug Kraftstoffreserven an
Bord haben, um den Zielort und einen Ausweichflughafen zu erreichen,
plus einer Reserve von 45 Minuten". Durrant: "Wir haben im Schnitt
doppelt so viel Reservekerosin im Tank, wie die FAA vorschreibt." Aber
bei dem hohen Ölpreis gelte es, die Reisesicherheit und das effiziente
Fliegen "auszubalancieren". Es koste etwa 80 Dollar, für 15 Minuten
zusätzlich Sprit zu transportieren.
Nach
einem Bericht des US-Fernsehsenders ABC kommt es in den USA bereits zu
Notfällen, bei denen Piloten melden, dass sie wegen einer Spritreserve
von nur 30 Minuten dringend landen müssten. Der Report: "In den ersten
sechs Monaten des Jahres 2005 gab es auf dem Flughafen Newark (bei New
York) nur fünf Fälle, wo Maschinen landeten, die weniger als die
vorgeschriebene Mindestspritmenge im Tank hatten, in der gleichen Zeit
2007 gab es 73 solche Fälle." Die deutsche Pilotenvereinigung Cockpit
und das Luftfahrtbundesamt waren gestern nicht für eine Stellungnahme
zu erreichen. Den ganzen Artikel lesen Sie hier: Quelle: abendblatt.de
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