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19. März 2010: Das Cockpit-Personal ist sauer: 99 Prozent haben im Rahmen einer Urabstimmung jetzt für Streik gestimmt.
Damit steht der Lufthansa, zu der Eurowings gehört, erneut Ärger ins Haus. Die Vereinigung Cockpit (VC) hatte die Abstimmung angestoßen. Streitpunkte sind ein tariflicher Sozialplan, ein Tarifvertrag zur Arbeitnehmer-Überlassung an andere Fluggesellschaften und ein geänderter Tarifvertrag Teilzeit für die von Arbeitsplatz-Verlust bedrohten Piloten. Schon seit längerem ist bekannt, dass die Lufthansa-Beteiligung ihre Flotte halbiert und von kleineren auf größere Flugzeuge umstellt. Der Lufthansa-Vorstand will Flugzeuge, etwa 50-sitzige Turboprops, bei ihren Regional-Fluggesellschaften ausflotten, weil diese nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sind. Im Zuge des Prozesses sollen etliche Arbeitsplätze wegfallen. Die Eurowings-Piloten fürchten um ihre Jobs. Um die Wogen zu glätten, hatte die Lufthansa City Line Ende Februar 2010 verkündet, acht Avrojets RJ 85 mit bis zu 93 Sitzen sowie eventuell zwei Bombardier-CRJ-Regionflugzeuge an Eurowings abzugeben.
Das würde die Zahl der Kündigungen erheblich verringen. Ursprünglich wären statt 330 Vollzeitstellen für Flugzeugführer nur noch 118 notwendig gewesen. Insgesamt standen nach diesem Szenario 600 Arbeitsplätze bei Eurowings auf dem Spiel. Die jüngste Nachricht aus dem Hause Eurowings, den Firmensitz von Dortmund nach Düsseldorf zu verlegen, dürfte aber die Stimmung noch mal deutlich verschlechtert haben. Im Zuge dessen sollen zehn Standorte aufgegeben werden. Dass das Ergebnis der Urabstimmung so deutlich ausgefallen ist, verwundert daher nicht. Ob es zu einem Streik kommen wird, ist aber bislang offen. Aus Sicht der VC war die Urabstimmung nötig, um Bewegung in die eingefahrene Verhandlungssituation zu bekommen. "Sollte dies zeitnah nicht der Fall sein, wird die Durchführung auch unbefristeter Arbeitskampf-Maßnahmen wohl unvermeidlich sein", kündigt die Gewerkschaft an. Sie kämpft für einen weitestgehenden Erhalt der Arbeitsplätze. Eurowings fliegt im Auftrag der Lufthansa im Lufthansa Regionalverbund. Zwar hält die Lufthansa nur 49 Prozent der Aktien von Eurowings, durch eine Stimmbindungsvereinbarung mit dem Mehrheitsaktionär der Eurowings hat die Lufthansa jedoch die vollständige wirtschaftliche Kontrolle über das Unternehmen.
Quelle: fvw.de
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